Eine Studienfahrt auf den Spuren Luthers

Bei einer Programmplanung für das Jahr 2017 entstand die Idee, sich mit der Reformation und Luther zu beschäftigen und auch einen Ausflug zu den wichtigsten Stätten Luthers zu unternehmen. Die Idee wurde umgesetzt und durch einen Vortrag über die Reformation von Thomas Bröderhausen, einen Film über John Wyclif und einen Film über Jan Hus konnten wir unseren Ausflug bestens vorbereitet starten.

Am Freitagmorgen ging es um 8.00 Uhr am Gemeindehaus mit zunächst 6 Leuten aus der Treff nach 8 Gruppe los. Das erste Ziel war die Wartburg. Nach einer staufreien Fahrt erklommen wir die Wartburg (wenn ich richtig gezählt habe mit 172 Stufen). Auf dieser Burg übersetzte Martin Luther als Junker Jörg das Neue Testament innerhalb von 11 Wochen in die deutsche Sprache, ohne großartige Bibliotheken oder Internet :-). Nach einer Führung durch die Wartburg und einer kleinen Stärkung besichtigten wir noch die Lutherstuben.

Nach dem Abstieg fuhren wir in die Stadt Eisenach und schlenderten bei strahlendem Sonnenschein und einem Eis auf der Hand durch die Stadt oder die Kulturbegeisterten besichtigten noch das Bach-Museum.

Abends kamen wir in unserem Hotel in Eisleben an und stärkten uns in der Gaststätte Lutherstuben und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

Am nächsten Morgen kamen noch unsere 4 Nachzügler hinzu und wir setzten unsere Reise mit 10 Leuten fort. Da Mansfeld nur etwa 20 km von Eisleben entfernt liegt, beschlossen wir, auch zum Elternhaus von Martin Luther zu fahren. Mansfeld selbst erschien uns als Geisterstadt. Es waren keine Menschen auf der Straße zu sehen (außer wir 10). Die Taufkirche von Luther konnten wir wegen Renovierungsarbeiten nicht besichtigen. Also besuchten wir das Elternhausmuseum und das Elternhaus, von dem heute nur noch ein Drittel steht.

Nach der Besichtigung fuhren wir zurück nach Eisleben, wo wir nach einer Stärkung in einer Pizzeria (wahrscheinlich das einzige Restaurant, was geöffnet hatte) an einer Stadtführung inkl. Sterbehaus und Geburtshaus teilnahmen. Martin Luthers Sterbehaus ist das Gebäude in der Lutherstadt Eisleben am Andreaskirchplatz, von dem angenommen wurde, dass der Reformator Martin Luther am 18. Februar 1546 hier verstarb. Nach neueren Forschungen ist jedoch das Haus des heutigen Hotels „Graf von Mansfeld“ am Markt das tatsächliche Sterbehaus. Das Haus am Andreaskirchplatz wird heute als Museum genutzt.

 Nach der Führung gönnten wir uns noch einen Kaffee und setzten unsere Reise nach Wittenberg fort. Auch hier ließen wir den Abend gemütlich ausklingen.

Am nächsten Morgen besuchten wir den Gottesdienst der Schloss- und Stiftskirche. Anschließend fand eine Führung durch die Kirche statt. Wie kein anderes Bauwerk ist die Kirche mit Anfang und Ende des reformatorischen Wirkens Luthers verbunden. In der Kirche fand im Oktober 1512 Luthers Promotion zum Doktor der Theologie  statt. Die berühmte hölzerne Thesentür wurde 1760 im Siebenjährigen Krieg Opfer der Flammen. An ihrer Stelle besteht seit 1857 eine monumentale zweiflüglige Bronzetür. Auf ihr sind in spätgotischen Minuskeln alle 95 Thesen in lateinischer Sprache wiedergegeben.

Von den wenigen alten Ausstattungsstücken sind besonders die Grabfiguren von Friedrich dem Weisen und dessen Bruder Johann erwähnenswert. Sie befinden sich vor dem Altar. In der Mitte der Kirche liegen die kleinen bronzenen Grabplatten Martin Luthers und Philipp Melanchthons.

Nachdem unsere Stadtbesichtigung mit der Bahn ausfiel (wir waren aber nicht böse drum :-)), labten wir uns in der strahlenden Sonne und gingen dann zum Lutherhaus (vorher war es das „Schwarze Kloster“, das Kurfürst Johann 1532 an Martin Luther übertrug). Hier lebte Luther mit seiner Familie. Es wurden nicht nur die Kinder der Verwandtschaft aufgenommen, sondern es stand für alle offen, die Hilfe brauchten. So wurden fast täglich 50 – 70 Menschen im Refektorium mit Nahrung versorgt. Möglich war dieses nur durch das kluge und umsichtige Wirtschaften seiner Frau, denn Reichtümer besaß die Familie nie, obwohl Luther für die damalige Zeit sehr viel verdiente und als reich galt.

Die Lutherstube, der Wohnraum der Familie blieb in seiner originalen Gestalt mit Fenstern, Dielen, Täfelungen und Mobiliar erhalten. In dem Zimmer hatte Luther (1483-1546) seine legendären mit Gesellschaftskritik gespickten Tischreden gehalten.

Nach den vielen Entdeckungen und Eindrücken machten wir uns nun auf die Heimreise. Wohlbehalten kamen wir alle wieder an.

Ein großer Dank gilt Thomas Bröderhausen, der uns ca. 900 km unfallfrei gefahren hat und Marlies Folle, die aus unseren Wünschen und Ideen ein stressfreies interessantes Programm zusammengestellt hatte.

Und mal sehen, wann und wo die nächste Reise hingeht,…..