Von Burgen und Weinen: Virtuoses Blechbläserkonzert in Mennighüffen

Erstellt am 09.10.2018

„Con Spirito“ – so lautet eine musikalische Vortragsbezeichnung, die den Musiker dazu anhalten soll, das entsprechende Stück oder die Passage „begeistert“ oder „beseelt“ vorzutragen. Con Spirito lautet auch der Name des Blechbläsersensemble, welches am Donnerstag, den 04.10.18 seinem Namen alle Ehre machte und genau diese Begeisterung in der Mennighüffer Kirche auf rund 100 Besucherinnen und Besucher übertragen konnte.

Vorausgegangen war ein buntes Konzertprogramm unter dem Titel „Von Burgen und Weinen“, was besonders durch seine Vielseitigkeit zu beeindrucken wusste - sowohl hinsichtlich der zeitlichen Epochen als auch in Bezug auf den Charakter der Stücke. Die hohe klangliche Vielfalt, die in den einzelnen Stücken zum Tragen kam, unterstrich dabei die hervorragenden Fähigkeiten der jungen Bläserinnen und Bläser, die zwar in der Mehrheit berufliche Berührungspunkte zu ihren Instrumenten haben, wobei ihr jeweiliges Instrument jedoch nicht das Hauptbetätigungsfeld darstellt. Umso mehr waren insbesondere auch diejenigen im Publikum beeindruckt, die beispielsweise durch ihre eigene Bläsererfahrung besonders sachkundig waren. Insgesamt imponierte vor allem das sehr gute Zusammenspiel unter den einzelnen Bläserinnen und Bläsern und nicht zuletzt die Tatsache, in welch kurzer Zeit sie sich auf die spezifische Akustik des Kirchraumes einstellen konnten.

Das Ensemble unter der Leitung von Landesposaunenwart Jörg Häusler hat sich vor einigen Jahren als Auswahlchor innerhalb des Posaunenwerkes im Rheinland gebildet durch motivierte Bläserinnen und Bläser, die über ihren Heimatchor hinaus ihre Leidenschaft intensivieren wollten.

Nun sind sie auf eine Konzertreise aufgebrochen, die sie von Mennighüffen über Thüringen und wieder zurück in den Heimatverband nach Essen führte.  

Mennighüffen gehörte zu den auserwählten Orten aufgrund der familiären Verbindung des Trompeters Jonathan Kipp sowie durch den Leiter Jörg Häusler selbst, der ebenfalls aus der näheren Region stammt und vor vielen Jahren bereits einigen Mennighüffer Bläserinnen einmal Unterricht gegeben hatte.

Zwei Stücke aus dem insgesamt sehr abwechslungsreichen Programm haben den Reaktionen der Zuhörerinnen und Zuhörer zufolge sicher einen besonders bleibenden Eindruck hinterlassen: Hier ist zunächst die Bearbeitung zu „Ein feste Burg ist unser Gott“ aus der Feder von Christian Sprenger (*1976) zu nennen. Dieses Stück stellte in gewisser Weise auch den geistlichen Kern des Konzertes dar. Das von Sprenger groß und klangvoll angelegte Stück wurde von den Spielern sehr sicher vorgetragen und mit eigenen Akzenten interpretiert. An dieser Stelle beeindruckte die stets gute Intonation des Ensembles ganz besonders. Ein weiteres Highlight stellte die „Hommage to the noble grape“ von Goff Richards (1944 – 2011) dar. Mit diesem Stück hat der Komponist in jedem der Sätze eine bestimmte Weinsorte vor Augen gehabt und entsprechend vertont. So hießen die Weine bzw. Brände, die an diesem Abend zum Klingen gebracht wurden: Chianti – Chablis – Hock – Fundador. Herkunftsspezifische Stilelemente wurden hier erkennbar zu Gehör gebracht, wie beispielsweise die spanische Feurigkeit. Den Musikerinnen und Musikern wurden in diesen Sätzen sehr viel abverlangt – schnelle Wechsel von Dynamik und Vortragsbezeichnungen, komplizierte und heterogene Rhythmen und viele solistisch angelegte Passagen.

Dass das Ensemble nicht nur alle Anforderungen des „Höher, Schneller, Weiter“ meistern konnte, sondern auch die ganz innigen, sanften Töne beherrschte, das unterstrichen sie nicht zuletzt in den sehr einfühlsam vorgetragenen Choralsätzen zum Lied „Auf meinen lieben Gott“.

Pastor Kai Sundermeier dankte in seinen Schlussworten den Akteuren ganz herzlich und sprach schon einmal die Einladung aus, auch bei der nächsten Tour wieder in Mennighüffen zu gastieren, was das Publikum gern bekräftigte.

Am Ende ging ein sehr glückliches Publikum nach Hause, in deren Herzen und Sinnen dieses Konzert sicher noch lange nachwirken konnte. Dem Ensemble unter Leitung von Jörg Häusler sei herzlich gedankt.