Besuch aus Indonesien

Vom 16. – 19. Juni 2018 waren wir als Gemeinde Gastgeber  ( für den Kirchenkreis Herford ) für vier Gäste aus Indonesien von der Insel  Sumatra . Zu der dortigen Karo - Batak – Kirche bestehen schon seit den 50 – er Jahren Verbindungen durch das Missionars – Ehepaar De Kleine.

In diesen ersten Tagen des Aufenthalt in unserem Kirchenkreis erlebten Tari, Riyal, Prebadi und Krismas ( drei Theologen und ein Bürgermeister ) ein vielfältiges Programm. Samstagmorgen in Frankfurt angekommen und von dort abgeholt, bekamen sie in der Johanniskirche in Herford gleich eine Ausstellungseröffnung zu hören und zu sehen. Zum Glück stand ihnen Pastor Moning aus Schnathorst als Übersetzer zur Seite, der selbst acht Jahre in Indonesien gelebt hat. Abends war bei Maacks und bei Blomeyers, wo je zwei Gäste einquartiert waren, nur noch Trinken , Essen, Duschen und Schlafen angesagt.

Doch am nächsten Morgen standen sie bereit um 6:30 Uhr munter  und fröhlich vor der Tür und hatten schon mal die Gegend erkundet. Zu 10:00 Uhr ging es dann zur Kirche, wo die Viertklässler gesegnet wurden und Pastor Krismas Barus Grüße an die Gemeinde ausrichtete. Danach führte Pastor Sundermeier sie durch Kirche, Gemeindehaus und Konfirmandensaal. Besonders beeindruckt zeigten sie sich von unserm Altarbild mit den geschnitzten Figuren auf den Seitenflügeln, die Mennighüffer Leute aus der Entstehungszeit unterm Kreuz darstellten. Auch die Gleichnisbilder auf unserer Kanzel erregten ihre Aufmerksamkeit, für die Pastor Wilm die Vorlagen auf einer Postkarte aus dem KZ in Dachau  geschickt haben soll. Dort war er ja gelandet, weil er sich hier deutlich gegen die Euthanasie von Behinderten gewandt hatte. Nach einer „grünen“ Suppe im Hause Maack erlebten die vier Gäste das bunte Treiben beim Mennighüffer Sommer einschließlich Public Viewing  des WM – Fußballspiels. Abends saßen wir dann gemütlich beim „Barbecue“ in Haus Beck zusammen und erzählten bzw. hörten von Heinrich De Kleine, seiner Frau und deren Patentochter Kathrin Möller.

Montagmorgen folgte ein ausführlicher Besuch des Wittekindshofes in Volmerdingsen mit vielen Informationen über die Arbeit dort, übersetzt durch eine indonesische Mitarbeiterin. Am Nachmittag stand ein Ausflug nach Bad Oeynhausen auf dem Programm, wo unsere Besucher zunächst die Auferstehungskirche erkundeten und danach begeistert den Kurpark genossen mit all den großen Bäumen, farbenfrohen Blumen, Fontänen und altehrwürdigen Badehäusern. Abends schließlich bekamen sie noch intensive Einblicke in die Küchenmöbelproduktion und den  Vertrieb. Später saßen wir noch im Garten zusammen und sangen englische  Taizé-Lieder, was uns sehr verband.

Dienstagmorgen besuchten wir mit Pastor Sundermeier unsere beiden Kindergärten, wo die vier mit Staunen und Neugier empfangen wurden. Es gab sogar noch einige Liedvorträge sowohl von den Kindern als auch von unseren Gästen. Die Indonesier  nahmen sehr viele Anregungen aus der Arbeit zur religiösen Erziehung der Kinder mit, sei es in Form von Bastelvorlagen für den Kindergottesdienst oder verschiedene pädagogische Möglichkeiten, um biblische Geschichten zu vermitteln. Etwa ¾ der indonesischen Bevölkerung ist unter 15 Jahre, so dass die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen enorm wichtig ist. Allerdings gestaltet sie sich nicht so leicht, weil das Land zu 80 % muslimische Einwohner hat, und die Christen mit 15 % eine geduldete Minderheit darstellen. Nach einem Spaziergang im Ulenburger Wald konnten unsere Gäste noch landwirtschaftliche Erkenntnisse gewinnen, als wir bei Familie Esser den Beerenanbau erklärt bekamen. Wir durften von den reifen Himbeeren kosten – „like in paradise“ meinte der Superintendent Riyal. Den Geschmack und die Qualität der Früchte und nicht die Größe und die Menge als oberste Priorität zu setzen, war für sie ein ungewohnter Gedankengang. Abgerundet wurde die Zeit in Mennighüffen durch den Besuch des Bioladens, in dem möglichst viele Produkte überwiegend  saisonal aus regionalen Quellen kommen. Danach hieß es Abschied nehmen, um  in einer anderen Gemeinde für ein paar Tage zu Gast zu sein.

Anfang Juli werden die drei Männer und eine Frau zurückkehren, voller neuer Eindrücke, voll guten Essens und voll herzlicher Gastfreundschaft, die sie bescheiden, aber doch sichtlich genossen haben. Wir hoffen, dass sie für ihre Arbeit einiges an Inspiration mitnehmen können, denn seit ca. 8 Jahren ist der große Vulkan auf Sumatra aktiv und hat etwa ein Viertel  des Kirchenkreises mit Vulkanasche bedeckt, so dass dort keine Landwirtschaft mehr betrieben werden kann. Das aber war bisher u. a. für die Pastoren der Karo Batak Protestant Church ein wichtiges zweites Standbein, da sie von den Gemeindemitglieder selbst bezahlt werden, was aber in der Regel nicht zum Leben reicht. Wir wünschen Ihnen, dass Gott ihre weitere Reise, ihre Rückkehr und ihre Arbeit unter den „Vulkan – Flüchtlingen“ segnen möge !

Annegret Blomeyer

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